AN DER WIEGE DER PFADFINDER – WER WAR ROBERT BADEN-POWELL?

Robert Baden-Powell (BiPi) war in erster Linie Soldat, als er auf die Idee kam junge Menschen Verantwortung zu übergeben. 1899 befand sich England im Krieg mit den Buren, als er das Kommando über eine Stadt namens Mafeking hatte. In dieser war er mit 1000 Mann eingeschlossen, belagert von über 9000 feindlichen Soldaten. Er konnte die Stadt 217 Tage halten, aber nur durch den mutigen Einsatz von Jugendlichen und freiwilligen Helfern, die als Späher und Meldegänger diensten. Aus diesen Erfahrungen schrieb er sein Buch „Aids to Scouting“, welches schon nach kurzer Zeit der Bestseller für männliche Jugendliche wurde.

Das erste Pfadfinderlager wurde 1907 von Robert Baden-Powell in England, auf der englischen Insel „Brownsea Island“ organisiert. Er nahm sein eigenes Geld in die Hand und lud 22 Jungen aus allen Bevölkerungsschichten ein. Er hatte eine Uniform entworfen und ließ diese für die Jungen schneidern, damit keiner der Jungen wissen konnte, aus welcher Bevölkerungsschicht der andere kam und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit bei ihnen zu fördern.

BiPi schrieb mit diesen Erfahrungen sein Buch „Scouting for Boys“ (Der Pfadfinder). Unabhängig von ihm entwickelten sich in ganz England Jugendgruppen, die er Besuchte sobald er konnte. Die Jugendgruppenorientierten an seinen Schriften und er baute gemeinsam mit ihnen gemeinsame Strukturen auf, da er zu diesem Zeitpunkt noch immer für die Armee tätig ist.

 

Diese Methoden wurden später zur sogenannten „Pfadfindermethodik“

1909 ist der Samen der Pfadfinderei bereits über die ganze Welt verteilt und BiPi reist zu den Gruppen um zu verhindern, dass „die Pfadfinder“ eine reine militärische Organisation wird und einheitliche Strukturen zu entwickeln. Im selben Jahr fand das allererste große Treffen statt. Im Crystal Palace in London, lud BiPi aus der ganzen Welt Pfadfinder ein und staunte nicht schlecht, als er dort auch Mädchen antraf, die bis dahin nicht bei den „Pfadfindern“ eingeschlossen waren, da es sich nur an Jungen richtete.

In den USA bildeten sich daraufhin, 1910, die „Girl Guides“ die ersten offiziellen Pfadfinderinnen, geleitet von seiner Schwester.  1916 übernimmt BiPi’s Frau Olave Baden-Powel diese Aufgabe.

 

Der Krieg und die Pfadfinder

Als die NSDAP in Deutschland an die Macht kommt, steht die Pfadfinderbewegung in Deutschland eine Ihrer größten Kriese gegenüber. Da alles außer der Hitlerjungend verboten wurde, mussten die Pfadfinder einen geheimen Handschlag ausdenken, womit sie sich untereinander erkannten. Auch wurden viele der Jugendleiter, wie auch schon im ersten Weltkrieg, eingezogen oder eingesperrt, da sie sich offen gegen die Nazis aussprachen. Viele Gruppen mussten sich als Christliche Gruppe tarnen und überlebten nur so diese Zeit.